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Kupferpatchkabel der Kategorien 6A und 7

Patchkabel werden bei Verkabelungen oft vernachlässigt, obwohl sie äußerst wichtige Bestandteile der Verkabelungs-Infrastruktur sind. Um sicherzustellen, dass Patchkabel alle notwendigen Anforderungen erfüllen, wurden entsprechende Normen verabschiedet, die regelmäßig aktualisiert werden. In der Praxis werden jedoch oftmals die falschen Normen herangezogen, was immer wieder zu Verwirrung und Verunsicherung führt.

Normen für Patchkabel

















 

 
Leider werden die Normen für die Patchkabel oft mit denen für die Leitungen, aus denen die Patchkabel bestehen, verwechselt. Im Englischen wird in der Praxis meist klar unterschieden:

Patch Cord:
Steht für das vollständige, konfektionierte Patchkabel bestehend aus Leitung und Steckern.

Patch Cable:
Steht für die reine Leitung (Rohkabel), das für ein Patchkabel verwendet wird und an beiden Enden noch mit Steckern versehen werden muss.

Diese klare Unterscheidung gibt es im Deutschen so leider nicht.

Komponenten-Kategorien

Patchkabel werden - genau wie das Kabel und die Stecker, aus denen sie bestehen - in verschiedene Leistungsklassen, die Komponenten-Kategorien, eingeteilt. Komponenten-Kategorien nach ISO/IEC 11801, die weltweit gelten (identisch mit DIN/EN 50173):










 
 
 
 
RJ45-Stecker gibt es in den Kategorien 5, 6 und 6A. Kabel gibt es in allen oben genannten Kategorien. Bei den „Kategorie 7-Patchkabeln“ mit RJ45-Steckern erfüllt lediglich das reine Kabel die Anforderungen der Kategorie 7, nicht der Stecker, da es keinen RJ45-Stecker  gibt, der die Anforderungen für Kategorie 7-Stecker für alle vier Aderpaare gleichzeitig erfüllt.

 

Die Praxis

Zu den Verwirrungen in der Praxis trägt leider bei, dass gemäß DIN EN 50173-1:2011-09 ein Patchkabel unter anderem mit der Kategorie des verwendeten Kabels gekennzeichnet werden muss. Wird bei einem Kategorie 6- oder Kategorie 6A-Patchkabel wie oftmals üblich Rohkabel der Kategorie 7 verwendet, so ist auf dem Kabelmantel korrekterweise „Kategorie 7“ oder „category7“ aufgedruckt. Allzu oft wird dabei vergessen, dass sich diese Angabe ausschließlich auf das Rohkabel, auf das sie aufgedruckt ist, bezieht. Das mit RJ45-Steckern konfektionierte Patchkabel erreicht diese Kategorie nicht – es kann sie nicht erreichen, weil es keinen RJ45-Stecker gibt, der die Werte der Kategorie 7 bei allen vier Aderpaaren gleichzeitig erreicht. Stecker der Kategorie 7 sind nicht Steckkompatibel zu RJ45-Buchsen. Besondere Vorsicht ist also geboten, wenn Anbieter mit „Kategorie 7-Patchkabeln“ werben.

Qualität und Leistungsfähigkeit eines Patchkabels werden von der Qualität der verwendeten Leitung, des Steckers, der Konfektionierung und der Montage, bestimmt. Allzu oft wird übersehen, dass Stecker und Leitung aufeinander abgestimmt sein müssen. Eine Leitung höchster Performance mit Steckern geringerer Qualität ergibt ein Patchkabel mit geringer Leistungsfähigkeit. Dies gilt ganz besonders für Patchkabel im unteren Preissegment und gewinnt im Hinblick auf 10 Gigabit Ethernet (10GBASE-T) immer mehr an Bedeutung.

Viel wichtiger als die Kategorie des verwendeten Rohkabels ist die Qualität des konfektionierten RJ45-Patchkabels und die Verwendung exakt aufeinander abgestimmter Komponenten eines Verkabelungssystems. Wenn die einzelnen Komponenten einer Übertragungsstrecke aufeinander abgestimmt sind, erreicht die Verkabelung die volle Leistung.

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Quelle: © Telegärtner Karl Gärtner GmbH 03/2017
Autor: Dirk Traeger (Technical Solutions Manager DataVoice)

Montag, 29. Mai 2017

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